Es geschieht nicht mir

Ja. Es geschieht, aber es geschieht nicht mir.

Das klingt wie ein Paradoxon. Doch nur, wenn ich getrennt bin von der Geistigen Welt.

Bin ich verbunden gleichermaßen mit der übersinnlichen Welt wie mit der Erde, löst sich dieses Paradoxon auf.

 

Der Materialist fragt dann vielleicht: Was ist die Geistige Welt?

Dann könnte ich antworten: Bleib doch bei der Frage, was ist Materie? - dann kommst Du auf dieselbe Antwort.

Ich kann aber nicht im Außen den Ursprung der Materie finden. Genauso wenig wie ich den Ursprung in ihr selbst finden kann oder in der übersinnlichen Welt. 

So ist es auch mit den Gedanken. Ich kann mein Gehirn noch so sehr erforschen mit der allerbesten Technik - ich werde den Ursprung meiner Gedanken niemals darin finden. Selbst in meiner Seele finde ich ihn nicht.

Erst wenn ich mich in diese Wahrheit vertiefe, komme ich über das Ganz-Bei-Mir hinaus.

Dann, wenn ich die Qualität meiner Gedanken erkenne und ich mir bewusst werde, was ich dabei empfinde.

 

Und irgendwann spüre ich die Verbindung zu etwas, das über allem und in allem wirkt.

Da verwandelt sich der Gedanke in ein Erleben. Dieses Erleben webt sich ein in dieses All-Sein, das ja nicht außen und nicht innen sein kann. Das meine ich mit Ausdehnen.

 

Ich kann also in der Materie gleichermaßen wie in meinen Gedanken zwar den Geist erkennen, doch erst im Erleben dieses Geist erkenne ich zugleich den Ursprung.

Dieser Ursprung ist kosmische Verbundenheit – ist wahre Liebe. Kein „Ich mag mich“ oder „Ich mag mich nicht“ - keine Polarität. Das bedeutet nicht, dass es das nicht gäbe, dieses Gut und Böse unter uns Menschen - denn, wie will ich mich orientieren, schließlich hin zur Mitte?

Wie will ich zur Mitte finden, wenn ich das Dunkle  ignoriere und die Angst zu meinem Anführer wähle? 

Und wie will ich zu meiner Mitte finden, wenn ich mich in das Licht flüchte und stete Harmonie mein Begleiter ist?

 

So wird mein Gedanken zum Schwert meiner Entscheidung, zwischen dem Dunklen und dem Lichten.

Und mein Körper wird zum Tempel, in den das Sternenlicht meines Erwachens hineinstrahlt.

Blicke ich hinein in mich und hebe ich die Polaritäten in mir auf, blicke ich zugleich in die Welten, die sich in mir spiegeln.

Ich kann mich nicht trennen vom höchsten Schöpfer-Sein. Deswegen der Sog in dieses Nichts oder der Schmerz im Anstoß an das, was ich, getrennt von allem, anerkenne.

Ich kann mich nur verbinden. Nur hier ist nicht enden wollender Friede, gleich wie ich mein Schwert zu schwingen vermag im Zeichen der Leibe. ICH bin der Weg und das Licht.

Dann reise ich weiter in meiner unsterblichen Seele. Bin ich selbst Teil von Erde und Universum.