Woche 35 – Die Sphäre des Geistselbst

Verbindung mit dem zeitlosen Ich-Sein

Übertreten wir, nach unseren Erdengang, zwischen Tod und Geburt die Pforten des Tierkreises, verlassen wir die Sternenwelt und betreten die erste Sphäre der hohen Geistigen Welt. Sie wird in der Wissenschaft vom Geist auch als fünfte Region des Geisterlandes bezeichnet. Hier vereinen wir uns mit allen Zeitenströmen, die unser Ich in all seinen vergangenen und bevorstehenden Inkarnationen durchlebt hat und durchleben wird.

Wir verbinden uns mit dem Geistselbst. In der indisch-theosophischen Terminologie wird dieses Geistselbst Manas oder Kausalkörper genannt.

 

Was heißt das nun wenn wir uns mit diesem Kausalkörper in der Geistigen Welt verbinden? Aus jedem Erdenleben bleibt eine geistige Essenz übrig – gewissermaßen der unauslöschliche Anteil unserer Seele, unser unsterbliches Ich. Betreten wir die erste Sphäre nach dem Tierkreis, können wir uns dieser Essenz  bewusst werden, je nachdem, wie wir auch auf der Erde mit unserem Höheren Selbst verbunden waren. Entsprechend können wir auch die Zukunft in diesem geistigen Licht erkennen. Die Essenz des unsterblichen Ich ist das, was uns auf ewig als geistige Wesenheit ausmacht, ganz gleich, welche Spuren wir in unseren irdischen Leben auf der Erde hinterlassen haben. Diese Erden-Spuren haben nur soviel Bedeutung, wie sie auch für die Geistige Welt Bedeutung haben.  

 

Auf der Erde erscheint das Geistselbst wie ein blasser Abglanz dessen, was wir auf unserer Reise durch die Geistige Welt erleben können. Im Wandeln zwischen Geburt und Tod ist es die Verbindung unseres Höheren Selbst mit der Bewusstseins-Seele. In der Bewusstseins-Seele können wir uns des Guten, des Schönen und Wahren bewusst werden. Da bereits verbindet sich Geistselbst mit unserer Seele. Als jemand, der sich den östlichen Mysterien  verschrieben hat, kann man sich in diesem Moment im Samadhi erleben. In den christlichen Einweihungen sprechen wir vom Überkommen des Heiligen Geistes. Die Lebenskräfte, die wir durch dieses geistige Erwachen bündeln, sind auf der Ebene der Erzengel angesiedelt. Erleben wir uns aber in diesem Guten, Schönen und Wahren, dann leben wir im Geistselbst. In diesem Zustand verwandeln wir Seelenhaftes in Geistiges, säen durch unser Wirken in der Einheit von Fühlen, Denken und Handeln, gleichsam Samen in das eigene  wie auch in das Weltenschicksal hinein.

 

Oft erschien uns das als hohes Ziel und es gab eine Zeit, da waren es geistige Führer, die uns in den Zustand des Erlebens der Wirklichkeit hinein geholfen haben. Im gegenwärtigen Zustand der Menschheitsentwicklung aber, ist das individuelle Ich so weit entwickelt, dass wir unser eigener geistiger Führer hin zu diesem irdisch-geistigen Schwellengang geworden sind. Der kollektive Aufruhr gegenwärtig weist uns in schmerzlicher Weise darauf hin, denn im Hintergrund wirkt noch die Erinnerung dieses Geführt-Seins in uns. So fühlen wir uns oft auf diesem Zenit der Bewusstwerdung wie von allem und jedem alleine gelassen. Aber das ist eine Illusion. Wir sind nicht alleine.

 

Und du merkst das am ehesten, wenn du dich mit deiner Vergangenheit geistig verbindest. Ist oder war da jemand, vielleicht in deinem Ahnenkreis, dem du danken möchtest, dass er dein Leben mit beeinflusst hat und dafür mitgesorgt hat, dass du heute im Grunde aus eigener Kraft zu deinem wahren Sein finden kannst? Diese Kraft erlebst du, indem du diesen Menschen dankst - ohne Bedingung, ohne etwas dafür schuldig zu sein. Gefühle des tiefen und vorbehaltlosen Dankes und auch des Frieden-Schließen mit anderen und sich selbst sind die Schlüssel des Tores zum Geistselbst. Und das Erleben aus diesem Handeln heraus, wird eine neue Ursache schaffen für etwas, was sich zeitlos in dein Herz und somit auch in das Universum einweben wird. Das ist die wahre Bedeutung von der spirituellen Gegenwärtigkeit, in der die Vergangenheit gleichermaßen eingeflochten ist, wie die Zukunft. Und das für alle Zeit.